Juli 14, 2020

Rentnerparade mit Hackenporsche und 1,50 Abstand

von Peter Hoffmann

Aufstehen Spandau protestierte letzten Samstag mit Hackenporsche und Flaschensammeln gegen den Sozialabbau bei den Renten. Als erlebte Realität der Älteren oder düstere Zukunftsperspektive der Jüngeren.

Wer dieses Jahr in Rente geht, erhält nach DGB-Rentenreport zwischen 140€ und 200€ weniger Rente als 2018. Spandau ist bei den Renten ein Schwerpunkt. Laut Sozialbericht Berlin 2019 liegt die Armutsgefährdungsquote hier bei 24,3 %.

Von 11 bis 13 Uhr demonstrierten wir jede viertel Stunde mit 1,50 m Abstand um die Robinie am Markt. Der Zug zum Rathaus war Corona-rechtlich untersagt worden. Auf Würfeln wurde auf Argumente wie „Demographische Entwicklung“ oder „mangelnde Finanzierbarkeit“ eingegangen; „Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten“; „Es reicht! für alle – Alle müssen in die Rentenkasse einzahlen!“ war auf den Schildern zu lesen oder in Anspielung auf Norbert Blüm und Flaschensammeln: „Das Pfand ist sicher!“

Wir sind jedenfalls nach Corona Pause mit viel Spaß zurück in der Altstadt – und fordern:

  • Rückkehr zur alten Rentenformel (57,6% Lohnersatzleistung)!
  • Rückkehr zum Renteneintrittsalter von 65 Jahren!
  • Alle sollen in die Rentenversicherung einzahlen!

2 Gedanken zu “Rentnerparade mit Hackenporsche und 1,50 Abstand

  1. Ich gratuliere zur Aktion Rentenparade! Die Rentenkommission der Bundesregierung hat im März ihren Bericht vorgelegt. Wer ihre Empfehlungen verhindern will, die Rentenfinanzierung auch in Zukunft mit Rentensenkungen, Beitragserhöhungen und späterem Eintrittsalter zu regeln, der muss jetzt aufstehen! Wir werden immer älter – das ist schön, diese Gesellschaft ist reich, dass ist unsere Errungenschaft! Aber der Reichtum steht für eine armutsfeste Rente nicht zur Verfügung. Das müssen wir ändern! Wir können uns den Reichtum in der Hand weniger nicht mehr leisten.

    Hans Jürgen #Spandau

  2. Die Aktion in Spandau zeigte wieder wie wichtig es ist, Menschen auf der Strasse direkt anzusprechen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

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